{"id":147,"date":"2009-03-25T17:25:34","date_gmt":"2009-03-25T17:25:34","guid":{"rendered":"http:\/\/yachtcharter-connection.com.w01e47c6.kasserver.com\/2009\/03\/25\/tornbericht-mit-manicou-nach-trinidad\/"},"modified":"2017-03-08T22:16:07","modified_gmt":"2017-03-08T20:16:07","slug":"toernbericht-mit-manicou-nach-trinidad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/toernbericht-mit-manicou-nach-trinidad\/","title":{"rendered":"T\u00f6rnbericht: Mit \u201eManicou\u201c nach Trinidad"},"content":{"rendered":"<p>Mit Katamaran von Martinique durch die Grenadinen zum Karneval nach Trinidad und Tobago &#8211; ein ausf\u00fchrlicher T\u00f6rnbericht f\u00fcr Karibik- und Karnevals-Fans.<\/p>\n<p><!--more--><img loading=\"lazy\" class=\"content-image\" src=\"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/wp-content\/uploads\/converted_files\/24087\/24087-561d0d6a1c0e3.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"187\" \/>Wir sitzen wieder einmal im Flugzeug nach<a href=\"~\/Yachtcharter_martinique.html\"> Martinique<\/a>, fast neun Stunden hinter Paris. Langsam kommt Vorfreude auf. Die Landung. Ein wunderbarer warmer Tropenabend. Morgen wollen wir \u00fcber <a href=\"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/wp-content\/uploads\/converted_files\/24087\/24087-561d0d6c9c6e5.jpg\">St. Lucia<\/a>, <a href=\"~\/Yachtcharter_grenada\/bequia.html\">Bequia<\/a>, <a href=\"~\/Yachtcharter_saint_vincent_und_grenadinen\/union_island_clifton_habour.html\">Union Island<\/a> und Carriacou zun\u00e4chst nach <a href=\"~\/Yachtcharter_grenada.html\">Grenada<\/a> und dann hin\u00fcber nach <a href=\"~\/Yachtcharter_trinidad_and_tobago.html\">Trinida<\/a>d, um dort ein paar Tage den Karneval zu erleben.<\/p>\n<p><b>Montag, 28. Februar, Bay St. Anne, Martinique 14 Grad 26,0\u2019 N, 60 Grad 55,0 W.<\/b><br \/>\nAm Vortag haben wir uns aus der <a href=\"~\/Yachtcharter_martinique\/martinique_le_marin.html\">Marina<\/a> durch den Cul de Sac de Marin hier in die Bay verholt, keine f\u00fcnf Seemeilen, aber ausreichend, um die Schiffe noch mal auf Herz und Nieren zu testen und au\u00dferdem ist das Badewasser hier besser.<\/p>\n<p>Wir laufen fr\u00fch aus, ein kurzer Schlag von 30 sm, aber wir wollen kurz nach Mittag dr\u00fcben sein, in St. Lucia. Der Passat in der Passage ist eher flau, nur 2-3- Bft. \u201eMANICOU\u201c ist mit 14.30m L\u00e4nge, ihrer Breite von 7.60m und einer Segelfl\u00e4che am Wind von 110qm eine sehr ausladende aber durchaus lebhafte Dame, die Logge zeigt bei der leichten Brise fast sechs Knoten.<\/p>\n<p>Fr\u00fchst\u00fcck auf See. Auf der \u201eVeranda\u201c, dem riesigen Cockpit des Kats. Dank unserer beiden R\u00fcmpfe segeln wir sehr aufrecht, der Kaffee bleibt in den Tassen. Kurz nach Mittag stehen wir vor der Einfahrt zur Marigot Bay, dem viel gelobten Naturhafen auf St. Lucia. Bilderbuch-Karibik, Sandstrand, Palmen, bunte H\u00fctten. Anke erweist sich als sehr talentiert, angemessene Mengen Rum in den Fruchts\u00e4ften unterzubringen, verfeinert mit Kokosmilch, Angostura und Zimt. Der \u201eAnleger\u201c macht uns fit f\u00fcr den Landausflug, erst zur Immigration und dann zum Strand.<\/p>\n<p><b>Dienstag, 29. Februar, Marigot Bay, St. Lucia 13 Grad 57,9\u2019N, 61 Grad 02,0\u2019W<\/b><br \/>\nWieder ein Tag f\u00fcr Fr\u00fchaufsteher. Wir wollen die 60 sm nach Bequia, vorbei an <a href=\"~\/Yachtcharter_saint_vincent_und_grenadinen.html\">St. Vincent<\/a> m\u00f6glichst bis zum fr\u00fchen Nachmittag schaffen. Anker auf bei Sonnenaufgang. Die Kulisse von St. Lucia zieht an uns vorbei, die \u201ePitons\u201c, die Zuckerh\u00fctte heben sich als Silhouette vor der aufgehenden Sonne ab in der Passage nach <a href=\"~\/Yachtcharter_saint_vincent_und_grenadinen\/saint_vincent.html\">St. Vincent <\/a>frischt der Wind auf, bald liegt die Insel querab, wir versuchen die Windabdeckung zu vermeiden.<\/p>\n<p>Bequia wird deutlicher am Horizont, Rauschefahrt, 10-11 Knoten. Pl\u00f6tzlich ein Schlag, die Kausch des Achterlieks hat sich vom Segel gel\u00f6st, bis zur ersten Latte flattert der Fetzen frei herum. Also in den Wind, das erste Reff eingehakt, die Reffleine durchgeholt und weiter geht es die letzten Meilen bis zur Admiralty Bay auf Bequia. Wieder ein Naturhafen, gesch\u00fctzt gegen den Passat, bis auf ein paar Dr\u00fccker, die \u00fcber die Berge kommen. Wir liegen in Dinghi-Distanz zum Frangipani Restaurant. Die Einklarierungs Prozedur wird eine \u00dcbung in Geduld, daf\u00fcr aber gibt es frische Fr\u00fcchte und bestes Gem\u00fcse auf dem Markt an der Pier. Wir kaufen wahrscheinlich zuviel, aber das Angebot an Mangos, Papayas, Melonen, kleinen Bananen, Basilikum und frischem Salat ist einfach zu verf\u00fchrerisch. Wie sich herausstellt, haben wir dann doch alles in zwei Tagen vertilgt.<\/p>\n<p><b>Mittwoch, 01. M\u00e4rz, Admiralty Bay, Bequia 12 Grad 00,0N 61 Grad 15,3\u2019W<\/b><br \/>\n\u00dcber die Tobago Cays sind des nur 27 sm nach Clifton Harbour auf Union Island. Der Segelmacher dort ist \u00fcber Funk verst\u00e4ndigt, er meint, wenn wir bis zum Nachmittag da sind, kann er unsere Kausch bis zum n\u00e4chsten Tag richten, er wird eine Verst\u00e4rkung aufn\u00e4hen m\u00fcssen. Wieder herrlicher Passat. Bei hoch stehender Sonne f\u00e4deln wir uns in die Riffpassagen der Cays ein, traumhafte Farben, das Wasser aquamarinblau bis zum Saumriff dahinter gr\u00fcner Atlantik, bis Afrika.<\/p>\n<p>Der Badestopp hat sich gelohnt, die Unterwasserfanatiker berichten von vielen gro\u00dfen bunten Fischen. In <a href=\"~\/Yachtcharter_saint_vincent_und_grenadinen\/union_island_clifton_habour.html\">Clifton Harbour<\/a> wartet der Segelmacher schon auf uns, das Riesenteil von Gro\u00dfsegel wird abmontiert, verschn\u00fcrt und verschwindet an Land, morgen Mittag will er das Segel wieder abliefern. Schaun wir mal.<\/p>\n<p>Abendessen in einer alten Lagerhalle, bei \u201eHermann the German\u201c, riesige Sonnenbrille, doppelt breit, ein L\u00e4cheln wie Roberto Blanco, die Figur aber drahtiger. Viel frische Luft zur \u201eHappy Hour\u201c, ein gutes Buffet, frisch, scharf gew\u00fcrzt, reichlich, alles zum Einheitspreis einschlie\u00dflich G\u00e4steanimation mit Verrenkungsk\u00fcnstler und Limboshow. Union Island ist das Zentrum der kleinen Grenadinen und damit auch schon etwas touristisch verdorben, aber solange man dort Wasser, Diesel und Verpflegung bunkern kann und au\u00dferdem noch Segel repariert bekommt, l\u00e4sst man sich den Rest gefallen, zur Not auch die halbtoten Haifische im Becken vor einem Bungalow-Hotel am Hafen, dessen Mitte ein unangenehmes Riff ziert.<\/p>\n<p><b>Donnerstag, 2. M\u00e4rz, Clifton Harbour, Union Island 12 Grad 34,9\u2019N 61 Grad 24,9\u2019W<\/b><br \/>\nDie Reparatur des Segels hat doch l\u00e4nger gedauert. Am Nachmittag laufen wir aus. Das Gro\u00dfsegel ist bestens repariert, aber weit werden wir heute nicht mehr kommen. In Sichtweite liegt Carriacou am Horizont. Es gibt da einen kleinen Sandfleck mit Riff vor der Tyrell Bay, ein Postkarten-Idyll, genannt, wie sonst, Sandy Island. Der Anker f\u00e4llt auf drei Meter Wassertiefe, wir liegen ruhig im Schutz des Riffs und h\u00f6ren die Brandung rauschen, keine f\u00fcnfzig Meter von der n\u00e4chsten Palme an Land.<\/p>\n<p><b>Freitag, 3. M\u00e4rz, Sandy Island, Carriacou 12 Grad 27,4\u2019N 61 Grad 30,1\u2019W<\/b><br \/>\nEigentlich wollten wir heute schon in Trinidad einlaufen, der Boxenstopp in Union Island hat uns einen Tag gekostet, morgen beginnt der Karneval, aber einen Tag sp\u00e4ter ist er bestimmt noch genauso aufregend. Tags\u00fcber also heute erst einmal nach Grenada, ca. 30 sm und dann in der kommenden Nacht weiter, etwa 90 sm \u00fcber die Galeons Passage durch die Bocas del Dragon in den Paria-Golf nach Port of Spain.<\/p>\n<p>Carriacou bleibt im Kielwasser, vorbei am Diamond Rock, \u00fcber den Unterwasservulkan bei den Sisters, Wassertiefe 12 Meter, Kurs St. Georges Harbour, Grenada. Wieder herrliches Segeln bei 4 Beaufort, \u201eMANICOU\u201c macht knapp zehn Knoten Fahrt. Die sattgr\u00fcnen Berge und Schluchten der Gew\u00fcrzinsel querab lassen die Gedanken schon einmal um einen Landausflug in den Regenwald kreisen, aber vorher erst einmal zum Calypso, zum Reggae und zum Karneval hin\u00fcber nach S\u00fcd-Amerika.<\/p>\n<p>Kurz nach Mittag f\u00e4llt der Anker in der Lagune von Georges Town, neben einer wackligen Pier. Alles ist etwas unaufger\u00e4umt aber malerisch. Kurz vor Sonnenuntergang wollen wir wieder auslaufen, bis dahin ist Zeit zum Landgang. Wir essen noch ein kr\u00e4ftiges S\u00fcppchen, die H\u00e4lfte wird f\u00fcr den Mitternachts-Snack zur\u00fcckgestellt, dann die Sicherheitseinweisung f\u00fcr die Nachtfahrt, wir haben vom Vercharterer eine Ausnahmegenehmigung und auf geht der Anker.<\/p>\n<p>Bald liegt Point Salines, die S\u00fcdwestecke Grenadas, hinter uns, das erste Reff ist eingehakt, ab Sonnenuntergang tr\u00e4gt jeder Sicherheitsgurt und Automatikweste, die Wacheinteilung h\u00e4ngt \u00fcber dem Navigationstisch, wir haben E-SE-Wind, 4 Bft. Der \u00c4quatorialstrom dr\u00fcckt von BB mit zwei bis drei Knoten in die Passage zwischen Grenada und Trinidad, wir halten erst einmal 15 Grad vor und korrigieren den Kurs \u00fcber Grund nach GPS. 88 sm bis Chaguaramas Bay, dem so genannten Yachthafen von Port of Spain im Golf von Paria. Trinidad, wir kommen!<\/p>\n<p><b>Samstag, 4. M\u00e4rz, Galeons Passage 11 Grad 25,5\u2019N 061 Grad 43,1\u2019W<\/b><br \/>\nAlle Stunde Funkkontakt mit den anderen Yachten unserer Flottille, kaum Verkehr, gegen Mitternacht eine entgegenkommende Yacht, der Wind hat leicht aufgefrischt, 4-5 Bft. Gegen 04:00 Uhr morgens setzen wir den Kurs auf die befeuerte Haupteinfahrt zwischen den drei vorgelagerten Inseln ab. Das Feuer von Chacaracas ist aus einem Abstand von 20 sm eindeutig zu identifizieren, der Rest ist Routine.<\/p>\n<p>In der nautischen D\u00e4mmerung wird unser Ziel erkennbar. Dies ist kein Yachthafen im herk\u00f6mmlichen Sinne, das Ufer besetzt mit Schiffsreparatur-Betrieben, an Steuerbord eine \u00d6lplattform, vor Anker Versorger und Schuten, dazwischen die Ankerpl\u00e4tze der Yachten. Wir gehen erst einmal an einen Werftkai, um einzuklarieren. Es ist 07:15 Uhr, wir sind angekommen, das Karnevalsprogramm kann beginnen Wir suchen uns einen Ankerplatz in vertretbarer Dinghi-Distanz zur Bootspier.<\/p>\n<p>Der Minibus nach Port of Spain braucht eine halbe Stunde auf der K\u00fcstenstra\u00dfe, dann sind wir mitten drin im Ausklang des Kinderkarnevals. Ersch\u00f6pfte M\u00fctter, wunderh\u00fcbsche Kinder, liebevoll herausgeputzt, Steelbands auf dem Weg nachhause, die engen Stra\u00dfen gestopft voll mit Menschen, riesige Lautsprecher an jeder Stra\u00dfenecke, Reggae, Calypso. Kein Gef\u00fchl von Fremdheit, alle unter Strom aber niemand richtig betrunken. Die Sonne geht unter, ein tropischer Regenschauer scheucht uns unter das Dach einer Apotheke. Die Apothekerin wei\u00df, wo es etwas zu essen gibt, Spicy Rice, Seafood und nat\u00fcrlich Carib-Bier, das hier in Port of Spain seinen Ursprung hat. Die Nachtfahrt tut ihrer Wirkung, der Minibus bringt uns zur\u00fcck nach Chaguaramas, ein Absacker auf der Terrasse des Yachtclubs, die Dinghi-Tour in zwei Partien zum Schiff. Lampen und Lunten aus, es war ein langer Tag.<br \/>\n<b><br \/>\nSonntag, 5. M\u00e4rz Chaguaramas Bay, Trinidad 10 Grad 48,8\u2019N 061 Grad 38,3\u2019W<\/b><br \/>\nWir schaun uns das Karnevalsprogramm an: Gestern war also die \u201eJunior Carnivals Parade\u201c der Umzug durch die Stadt und die Pr\u00e4sentation im Queen\u2019s Park Savannnah, dem Stadion- Gel\u00e4nde im Zentrum von Port of Spain, abends, dass haben wir dann wohl vers\u00e4umt, der Calypsowettbewerb zwischen North- und Grandstand.<\/p>\n<p>Heute, irgendwann am Morgen, beginnt der Steelbandwettstreit, abends dann die Dimanche Gras Show, der Wettstreit der sch\u00f6nsten Kost\u00fcme, die Wahl der \u201eQueens\u201c. Statt Steelband entscheiden wir uns f\u00fcr einen Landausflug in den Norden Trinidads, in die Berge und den Regenwald, zu den Buchten der Nordk\u00fcste, zu einer botanischen Forschungseinrichtung in einem alten Kolonialhaus mitten in den Bergen, Tee auf der Terrasse, Kolibris an den Hibiskusb\u00fcschen. Eine verwunschene Stra\u00dfe durch Farn- und Bambusw\u00e4lder, frische Kokosmilch am Aussichtsstopp, mit gebratenem Haifisch belegte Br\u00f6tchen an einer Badebucht, T-Bone-Steak im Landhaus \u00fcber der K\u00fcste. Wir k\u00f6nnen uns nicht beklagen. Zur\u00fcck \u00fcber den Kamm der Berge ins Schwemmland, Zuckerrohr, soweit das Auge reicht. Die Brauereibesichtigung schenken wir uns, die Sonne steht schon ziemlich tief, schade. Die halbe Karibik trinkt Carib-Bier. Hier wird es gebraut, in einem Vorort von Port of Spain.<\/p>\n<p>Wir kommen gerade richtig zum Beginn der Dimanche Gras Show, mischen uns unter die Einheimischen auf dem primitiv zusammen gezimmerten North-Stand. Gegen\u00fcber auf dem Grand-Stand sitzt das vornehme Publikum, bei uns dagegen ist des Volkes wahrer Himmel, hier ist was los, jedes Kost\u00fcm, jedes Lied wird kommentiert, nicht immer ganz stubenrein, aber mit gro\u00dfer Begeisterung. Weit nach Mitternacht erreichen wir wieder unser Schiff.<\/p>\n<p><b>Montag, 6. M\u00e4rz, Chaguaramas Bay, Trinidad<\/b><br \/>\nHeute ist J\u2019Ouvert, der Stra\u00dfenkarneval, der H\u00f6hepunkt. Die Crew st\u00fcrzt sich ins Gew\u00fchl, gegen 16:00 Uhr sp\u00e4testens wollen wir auslaufen, zur Scotland Bay kurz vor der Boca de Monos, der geeignete Platz, um morgen sehr fr\u00fch hin\u00fcber nach Tobago zu laufen, um dort den \u201eDorfkarneval\u201c zu erleben. F\u00fcr den Skipper hei\u00dft das, Wasser und Diesel bunkern, Eis besorgen und die Verpflegungsbeladung zu erg\u00e4nzen und dann lange Siesta. Ersch\u00f6pft vom L\u00e4rm und der Hitze, aber begeistert von den Eindr\u00fccken kehrt die Crew zur\u00fcck. In der Scotland Bay erholen wir uns, wieder karibische Kulisse, gr\u00fcnes Badewasser keine sechs Meilen entfernt von unserem Ankerplatz zwischen den gro\u00dfen Schiffen.<br \/>\n<b><br \/>\nDienstag, 7. M\u00e4rz, Scotland Bay, Trinidad 10 Grad 42,2\u2019N 061 Grad 39,8\u2019W<\/b><br \/>\nUm 04:00 Uhr Anker auf. In der Dunkelheit tasten wir uns aus der Bucht und durch die Boca de Monos, unter Motor entlang der Nordk\u00fcste von Trinidad gegen 2-3 Knoten Strom, wir bleiben erst einmal unter der K\u00fcste, viel mehr als 5 Knoten \u00fcber Grund schaffen wir zun\u00e4chst nicht gegen den \u00c4quatorialstrom. Die Galeons-Passage, hier im S\u00fcden der Perlenschnur der Inseln, ist der Hauptzuflu\u00df aus dem S\u00fcdatlantik, schon Columbus hatte hier seine Schwierigkeiten mit seinen langsamen und schwerf\u00e4lligen Schiffen. 65 sm sind es, davon 40 sm gegen den Strom bis Tobago querab liegt. Um 16:00 Uhr f\u00e4llt der Anker im Hafen von Scarborough\/Tobago, von Land wehen Reggae-Fetzen her\u00fcber, durchs Glas erkennen wir das Menschengewimmel, den Karnevalsumzug.<\/p>\n<p>Dies ist der Volkskarneval, die ganze Bev\u00f6lkerung ist auf den Beinen, ohrenbet\u00e4ubender L\u00e4rm, vor allem Steelbands. An einer Stra\u00dfenecke: die Preisrichter hinter einem Schreibtisch auf dem B\u00fcrgersteig, jede Steelband muss vorspielen. Was wird bewertet? Lautst\u00e4rke, Harmonie, K\u00f6rpersprache, Kost\u00fcme? Die Herren scheinen ihre Sache sehr ernst zu nehmen, inmitten des fr\u00f6hlichen Chaos wirken sie sehr konzentriert. Im \u201eDockworkers Recreation Club\u201c, das wundersch\u00f6ne alte Kolonialhaus schreit nach Restaurierung, nehmen wir erst einmal ein Carib zu uns. Hier ist der lokale Treffpunkt im Gew\u00fchl.<\/p>\n<p>Fast Angst einfl\u00f6\u00dfend die Begeisterung, wenn nicht alle so fr\u00f6hlich \u201ewinen\u201c w\u00fcrden im Rhythmus des Calypso. Mit Schlamm- und Farbwasser bespr\u00fcht, swingen hunderte von Kindern, Frauen und M\u00e4nnern als kompakte Masse die Hauptstra\u00dfe entlang, ab und zu gibt es einen Guss aus einem Farbkanister f\u00fcr die Zuschauer. Am besten man stellt sich hinter eine der heraus geputzten, jungen Frauen, die scheinen sie mit ihren G\u00fcssen zu verschonen. Au\u00dferdem: Die jungen Frauen riechen wirklich nach Zimt und Nelken, wir sind auf einer Gew\u00fcrzinsel. Wieder kein Gef\u00fchl der Fremdheit, die wenigen madenfarbigen, wie wir, fallen im Gedr\u00e4nge kaum auf, &#8211; und wenn, gibt es wenigstens ein L\u00e4cheln. Zum sp\u00e4ten Abendessen an Bord gibt es Kingfisch, R\u00f6stkartoffeln und Salat. Zum Nachtisch Wassermelone. Querab an der Bootspier sp\u00fclen sich jetzt die Schlamm-Menschen erst einmal die Farbe vom K\u00f6rper und waschen ihr sp\u00e4rliches Gewand.<\/p>\n<p><b>Mittwoch, 8. M\u00e4rz, Scarborough, Tobago<\/b><br \/>\nAschermittwoch. Vor 10:00 Uhr kein Zoll, keine Immigration, gestern sowieso nicht. Die kleine Stadt erwacht langsam. Die Stra\u00dfen wurden offenbar heute Nacht noch gereinigt, die Menschen kaum wieder zu erkennen, sauber, fast tropisch-elegant gekleidet. War gestern Karneval? Das m\u00fcssen wir getr\u00e4umt haben. Der Zoll h\u00f6flich, die Immigration will nur das Manifest, dass wir in Trinidad waren und \u00fcber See eingereist sind. Gegen Mittag sind wir unter Segeln und fahren um die S\u00fcdspitze von Tobago zum Pidgeon Point. Das Buccoo.Riff dort unter Eingeweihten ein Geheimtipp, der Strand dahinter Postkarte, wir schwimmen und schnorcheln, sp\u00e4ter verlegen wir uns f\u00fcr die Nacht hinter das Riff.<\/p>\n<p><b>Donnerstag 9. M\u00e4rz Buccoo-Reef, Tobago 11 Grad 10,9\u2019N 061 Grad 48,6\u2019W<\/b><br \/>\nHeute ist Badetag, hinter der Riffkante. Gr\u00fcnblaues Wasser am Ufer eine kleine Ansiedlung. Unsere Landgangscrew f\u00e4hrt mit dem Taxi hin\u00fcber nach Scarborough, ausklarieren und auf dem R\u00fcckweg Tomaten und Steaks mitbringen. Um Mitternacht wollen wir auslaufen &#8211; nach Grenada sind es 80 sm. Also fr\u00fch zu Abend essen &#8211; und dann auf zum T\u00f6rn zur\u00fcck zur Basis nach Martinique.<\/p>\n<p>Autor Klaas Frerichs schrieb diesen T\u00f6rnbericht im Jahr 2004.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Katamaran von Martinique durch die Grenadinen zum Karneval nach Trinidad und Tobago &#8211; ein ausf\u00fchrlicher T\u00f6rnbericht f\u00fcr Karibik- und Karnevals-Fans.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[22,2],"tags":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/147"}],"collection":[{"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=147"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/147\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15399,"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/147\/revisions\/15399"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yachtcharter-connection.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}